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rafiQ

Fortbildung für Fachkräfte aus der begleitenden Integrationsarbeit mit Geflüchteten und Zuwanderern

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Inhalte

Gemeinsam wollen wir Zugewanderte bei dem Prozess des Ankommens in der neuen Heimat unterstützen. Dafür schulen wir die Lehrkräfte von Erstorientierungs-Kursen (EOK) und "Migrantinnen einfach stark für den Alltag" (MiA) Kursen mit dem Train the Trainer Empowerment-Ansatz. Wir wollen den Blick für die psychosozialen Herausforderungen nach einer Flucht- bzw. Migrationserfahrung schärfen und eine kritische Reflexion patriarchaler Werte und Normen im Sinne der Demokratie anregen. Zusätzlich sensibilisieren wir die Teilnehmenden für die Auswirkungen von traumatischen Erlebnissen im Fluchtkontext. Außerdem bieten unsere Workshops eine Plattform zum beruflichen Erfahrungsaustausch und für neue Begegnungen mit anderen Trägern.

Zielgruppe

Kursleiter von EOK- und MiA-Kursen, die mit geflüchteten Frauen und Migrantinnen und Migranten aus patriarchal geprägten Heimatländern arbeiten.

Themen

Emotional ankommen: Psychosoziale Effekte von Flucht und Migration

Geschlechterrollen zwischen Tradition und Moderne

Gewaltfreie Erziehung und besondere Rolle der Frau

Vulnerabilität: LGBTQ-Individuen mit Fluchterfahrungen und ethnisch-religiöse Konflikte unter Geflüchteten

Umgang mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt und Trauma

Kultursensible Haltung und Menschenrechte

Trainer/Trainerin im Spannungsfeld zwischen Professionalität und Emotionalität

Ablauf

Die Fortbildung besteht aus 4 Modul-Workshops, die im Zweiwochen-Rhythmus aufeinanderfolgen. Inhalte werden in Gruppen von maximal 15 Personen erarbeitet; ggf. finden Veranstaltungen in digitaler Form (Zoom) statt. Ein Modul dauert ca. 4 Stunden und beinhaltet Fachvorträge, Rollenspiele und Diskussionen sowie die Behandlung individueller Fallbeispiele. Um den Fortbildungsbedarf zu erfragen und eine maßgeschneiderte Veranstaltung zu konzipieren, führen wir im Vorfeld Interviews mit den jeweiligen EOK- und MiA-Trainern durch.

Fachvorträge führen mit interdisziplinärem Wissen und autobiografischen Berichten in die alltäglichen Dimensionen des Ankommens nach Flucht oder Migration ein, klären auf über patriarchale Erziehungsstile in zugewanderten traditionellen Familien, traumatische Erlebnisse wie z.B. intime Gewalterfahrungen und die Rolle der Kultur im Integrationsprozess. Seminarleitung und Teilnehmende bearbeiten in Gesprächen und Rollenspielen relevante Fragen wie:

Was bedeutet Eigenverantwortung und Selbstbestimmung im Alltag von Migranten/Migrantinnen?

Wie zeigen sich familiäre Werte und geschlechtliche Rollenmuster unter dem Einfluss der Migration?

Welche traumatischen Erfahrungen machen Menschen auf der Flucht (z. B. mit sexualisierter Gewalt)?

Kann Integration eine sexuelle Emanzipation für geflüchtete Frauen, Männer und LGBTQ-Individuen erzielen - und wie?

Wie bin ich "kultursensibel", ohne Menschenrechte zu relativieren oder diskriminierend zu handeln?

Wie reagiere ich, wenn Kursteilnehmerinnen Bewegungsangebote partout ablehnen und Ehemänner für sie die Stimme erheben?

Zu den Themen "Umgang mit traumatisierten Geflüchteten und Opfern sexualisierter Gewalt" erarbeiten wir ein spezifisches Werkzeugset zur sensiblen Gesprächsführung. Darüber hinaus diskutieren wir mit den Trainern/Trainerinnen ihre Erfahrungen der "Nähe und Distanz" im Arbeitsalltag und vermitteln Handlungskompetenzen zum Umgang mit dem Spannungsverhältnis zwischen professioneller Auftragsklärung und emotionalem Einfühlungsvermögen.
 

Ziel der Fortbildungsreihe ist es, die Wahrnehmung der Kursteilnehmenden für die lebensweltlichen Belange der Zielgruppe zu schärfen und Strategien zu entwickeln, um Zugewanderten den gleichberechtigten Zugang zum gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen und sie in ihrer Selbstentfaltung zu stärken.

Am Ende der Fortbildungsreihe sollen sich die EOK- und MiA-Lehrkräfte als Wegbegleiter für Migranten und Migrantinnen in deren neues Leben in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft verstehen.

Evaluation

Zur kontinuierlichen Qualitäts- und Optimierungsüberprüfung verteilen wir im Anschluß an jede Fortbildungsreihe Feedbackbögen und führen stichprobenartige Interviews mit Kursteilnehmern durch. Wir freuen uns, wenn Sie uns mit Anregungen, Lob und Kritik unterstützen!

Teilnahme & Termine

Die Fortbildungsmaßnahme umfasst die Durchführung von je vier vierstündigen Seminarveranstaltungen. Lediglich in Berlin wird es drei ganztägige Seminarveranstaltungen geben. Sollte es die aktuelle Situation nicht anders zulassen, werden die Einheiten in digitaler Form durchgeführt.

FRANKFURT AM MAIN

24.03.2022

Workshop 1: emotionales Ankommen: psychosoziale Effekte von Flucht und Migration

01.04.2022

Workshop 2: Kultursensible Haltung & Geschlechterrollen zwischen Tradition und Moderne

13.04.2022

Workshop 3: Gewalt im Namen der Ehre, geschlechtsspezifische Erziehung & Schutz vor geschlechts- und
traditionsbezogener Verfolgung (LGBTQ-Geflüchtete)

27.04.2022

Workshop 4: Traumata und ihre Folgen im Kontext von Flucht & Migration, Selbstfürsorge: Helfer sein – Helfer bleiben

LEIPZIG

18.05.2022

Workshop 1: emotionales Ankommen: psychosoziale Effekte von Flucht und Migration

02.06.2022

Workshop 2: Kultursensible Haltung & Geschlechterrollen zwischen Tradition und Moderne

16.06.2022

Workshop 3: Gewalt im Namen der Ehre, geschlechtsspezifische Erziehung & Schutz vor geschlechts- und traditionsbezogener Verfolgung (LGBTQ-Geflüchtete)

30.06.2022

Workshop 4: Traumata und ihre Folgen im Kontext von Flucht & Migration, Selbstfürsorge: Helfer sein – Helfer bleiben

HANNOVER (14:30 Uhr bis 18:30 Uhr - hybrid - in Kooperation mit der AEWB Hannover)

22.09.2022

Workshop 1: emotionales Ankommen: psychosoziale Effekte von Flucht und Migration

06.10.2022

Workshop 2: Kultursensible Haltung & Geschlechterrollen zwischen Tradition und Moderne

03.11.2022

Workshop 3: Gewalt im Namen der Ehre, geschlechtsspezifische Erziehung & Schutz vor geschlechts- und traditionsbezogener Verfolgung (LGBTQ-Geflüchtete)

16.11.2022

Workshop 4: Traumata und ihre Folgen im Kontext von Flucht & Migration, Selbstfürsorge: Helfer sein – Helfer bleiben

BERLIN - (9:30 Uhr bis 16:30 Uhr - Hybrid - in den Räumen des Berliner Büros, Berliner Straße 45, 14169 Berlin.)

22.10.2022

Workshop 1: Was gehört dazu, dazu zu gehören? Emotionales Ankommen & bikulturelle Identitäten

26.11.2022

Workshop 2: mehr als nur Druck aus der eigenen Community? Patriarchale Strukturen reflektieren,
geflüchtete Frauen & vulnerable Gruppen stärken

17.12.2022

Workshop 3: Helfer sein, Helfer bleiben: Umgang mit traumatisierten Geflüchteten & Selbstfürsorge

Gefördert durch

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