Projektziel

Das Projekt ReMind möchte ein Fortbildungsangebot für PsychotherapeutInnen schaffen und für den Therapiealltag im interkulturellen Setting Hilfestellungen anbieten. Dem Motto  „Zuhören, Verstehen, sicher handeln“ folgend, soll das Projekt einen Beitrag im Bereich der konkreten inhaltlichen, zielgerichteten, mentalen sowie nachhaltigen Unterstützung und Weiterbildung hinsichtlich des Umgangs mit KlientInnen aus anderen Kulturkreisen für PsychotherapeutInnen darstellen.

Ziel ist es, sie in zukünftigen Therapiesitzungen in ihrem Handeln zu stärken und mit Hilfe eines Toolkits zusätzlich zu unterstützen. Gleichzeitig soll eine Sensibilisierung in Bezug auf Extremismus- und Radikalisierungstendenzen erfolgen, welche die TherapeutInnen stärken sollen, bei Auftreten im Rahmen eines Behandlungssettings, sicher eingreifen und präventiv handeln zu können.

Durch die gewonnene Sicherheit für die Arbeit im interkulturellen Setting soll der Zugang zum psychosozialen Versorgungssystem für diese PatientInnen erleichtert und die Behandlungsqualität deutlich verbessert werden. Dies könnte erheblichen positiven Einfluss auf den emotionalen Zugang zwischen Zuwanderern und der Mehrheitsgesellschaft, eine erfolgreiche Integration und die Erziehung der Kinder haben. 

Zielgruppe

Die Fortbildung richtet sich an Kinder- und JugendpsychotherapeutInnen, ErwachsenenpsychotherapeutInnen und PsychiaterInnen aus unterschiedlichen Behandlungsrichtungen mit Erfahrung im Arbeiten mit migrantischen Patienten und ohne. 

Themen und Setting des Seminars:
  • Geschlechterrollen und religiöse Geschlechterverhältnisse

  • Erziehung, Familienstrukturen, existierende Hierarchien und deren Folgen bezüglich Persönlichkeitsentwicklung und Lebensstil

  • Aufklärung und Umgang mit Tabuthemen (Sexualität etc.)

  • Der Einsatz und Akzeptanz von Gewalt

  • Unterschiedliches Krankheitsverständnis und Verständnis für psychotherapeutische Behandlung

  • Interkulturelle Kommunikation: Probleme und Lösungsstrategien

  • Erkennen von Radikalisierungs- und Extremismustendenzen und ein sicheres, präventives Eingreifen

  • Aktuelle Fälle und Themen, welche die TeilnehmerInnen aus dem eigenen Behandlungsalltag mitbringen

 

Mittels Rollenspielen werden herausfordernde Situationen aus dem Therapiealltag veranschaulicht und mögliche Handlungsoptionen eruiert und interkulturelles Explorieren angeregt. Zu Beginn sollen eigene, bisher meist unbewusste Standpunkte, Vorgehensweisen und Therapieinhalte bezüglich der Behandlung von PatientInnen aus anderen Kulturkreisen gemeinsam durch eine geleitete Selbstbeobachtung reflektiert werden. 

Durch die eigenen Teilnahme an der Rollenspielen können Thematik, Konfliktsituation und Handlungsspielraum nicht nur anschaulich dargestellt, sondern auch optimal nachvollzogen werden.

Hierbei können eigenen Fälle aus der Praxis einbezogen werden und Schwierigkeiten auch akut in der Gruppe lösungsorientiert besprochen werden. Damit erfüllt die Fortbildung zusätzlich auch einen supervisorischen Aspekt.

Abschließend wird den TeilnehmerInnen im Sinne der Nachhaltigkeit und zur weitern Unterstützung des Therapiealltags, ein Toolkit zur Verfügung gestellt.

Inhalte des Toolkits sind unter anderem die Videosequenzen der im Seminar bearbeiteten fallbezogenen Rollenspiele sowie Rollenspiele für den Einsatz im Therapiekontext, die Anleitung zur erneuten Selbstbeobachtung, Kontaktadressen bei konkreten Fragestellungen sowie Ideen für mögliche Behandlungsansätze bezüglich bestimmter Problemfelder.

Ablauf des Projektes 

Die Projektlaufzeit ist zunächst auf 12 Monate festgelegt und umfasst die Konzeption sowie die Durchführung von zunächst vier Seminaren. Aufgrund der Corona-Pandemie werden die Seminare digital angeboten. Eine Agenda finden finden Sie hier. 

Termine: 

ReMind I:       10.09.2020
ReMind II:      11.09.2020
ReMind III:     12.10.2020 
ReMind IV:    13.10.2020

Sollten Sie sich für die Teilnahme an einem der Termine für das ReMind Online-Seminar interessieren, dann kontaktieren Sie uns.  

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