ReMember

Projektziel

Mit der wachsenden Vielfalt an Biografien und Herkunftsgeschichten der in Deutschland lebenden Menschen werden auch die Zugänge diverser zur Geschichte des Holocaust, aber auch zum wieder stärker sichtbaren Antisemitismus heute. Zusammen mit den immer weniger werdenden Zeitzeugen der NS- Zeit, stellt dies die Erinnerungskultur und die Bekämpfung von Antisemitismus in Deutschland vor einen Umbruch. Neue Methoden sind notwendig.

In Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum Flossenbürg und der Berufsschule Schwandorf soll diese Erinnerungskultur lebendig und nachhaltig gestaltet werden. Ziel ist es, den Jugendlichen ein kritisches Geschichtsbewusstsein zu vermitteln, welches sie dann als Multiplikatoren in ihre Peergroups, sozialen Kontexte und damit in die Öffentlichkeit weitertragen können.

Die intensive Auseinandersetzung mit der Thematik, die sich auch den eigenen Biographien, Verschwörungstheorien und jüdischem Leben heute zuwendet, erhält ihren Höhepunkt in der abschließenden Entwicklung eines Theaterstücks, welches die Jugendlichen in den anschließenden Monaten an vielen Schulen im gesamten Bundesland präsentieren werden. Die Jugendlichen sollen zudem dazu befähigt werden, durch konkrete Handlungsoptionen für den Erhalt der freiheitlich-demokratischen Grundordnung eintreten zu können. Sie werden dabei als Teil einer pluralen Gesellschaft ernstgenommen, die sowohl die gegenwärtige als auch die zukünftige Erinnerungskultur in der Bundesrepublik Deutschland aktiv gestaltet, in dem die Jugendlichen ihre unterschiedlichen Geschichtsbilder und Erfahrungen in den Lernprozess einbringen können. Damit werden nicht nur sie zu GeschichtsbotschafterInnen, sondern tragen auch ein Stück lebendige Geschichte an andere SchülerInnen weiter.

Zielgruppe

Schülerinnen und Schüler der Berufsschule Schwandorf sowie der FOSBOS Schwandorf, mit und ohne Fluchterfahrung, Migrationshintergrund sowie deutsche Schülerinnen und Schüler. 

Ablauf des Projektes

Das Projekt setzt sich aus zwei Phasen zusammen:
einer Entwicklungsphase und einer Workshop-Phase, an die sich Aufführungen des entwickelten Theaterstücks anschließen.

In der ersten Phase bereiten sich die teilnehmenden Jugendlichen auf die Fahrt zur KZ-Gedenkstätte Flossenbürg vor, besuchen diese, setzen sich intensiv mit diesem Besuch auseinander und entwickeln darauf aufbauend ein Theaterstück. 

 

In der Aufführungsphase wird das in der ersten Phase erarbeitete Theaterstück in der Gedenkstätte Flossenbürg, der Berufsschule Schwandorf sowie vor SchülerInnen und LehrerInnen anderer Schulen bayernweit aufgeführt. Im Nachgang an die Aufführung wird das Gesehene im Rahmen eines Workshops mit den Zuschauern bearbeitet, reflektiert und diskutiert. Die Aufführung gewährleistet zum einen gesellschaftliche Anerkennung für die TeilnehmerInnen, zum anderen werden die Jugendlichen zu Multiplikatoren.

Themen des Workshops
  • Schwerpunkt Biographiearbeit zur Stärkung der Gruppendynamik und Einführung in die Menschenrechte 

  • NS-Ideologie der „Volksgemeinschaft“, Propaganda und Antisemitismus

  • Nahostkonflikt und Verschwörungsdenken

  • Begegnung mit jüdischen Menschen

  • Eigene Themen, welche die Jugendlichen im Rahmen des Projektes bewegen

 

Peer-Education

Die beteiligten Teamer kennen aufgrund ihrer eigenen Biographien und familiären Hintergründe die Lebenswirklichkeiten der Projektteilnehmenden, können damit authentisch vermitteln und die Emotionen und sozialen Kontexte der Teilnehmenden verstehen. Zusätzlich verfügen alle ReMember-Teammitglieder über psychologische oder pädagogische Qualifikationen, die es ihnen ermöglichen verstärkend zu arbeiten.

Mit einer Begegnung auf Augenhöhe sollen die Jugendlichen zu kritischem Denken ermutigt werden.

Die gewonnenen Erfahrungen, die bestenfalls ein reflektiertes Selbstbild (und der umgebenen Gesellschaft) mit sich bringt, sollen im Sinne der Nachhaltigkeit in einer Gruppe Gleichaltriger mit ähnlicher soziodemographischer Herkunft aus eigenem Willen und hinterfragten Überzeugungen weitervermittelt werden. Damit sind die Teilnehmenden für ihren Weg und die Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie- auch im Rahmen der deutschen Erinnerungskultur- durch die Teilnahme am Projekt „ReMember“ gestärkt und können selbst zu geschulten Peers werden, die in ihren sozialen Kontexten das erlebte Wissen aus dem Projekt weitervermitteln.

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